Entdecker(g)reise

Ü40 – REISEN & erLEBEN –

Aussichtsplattform auf dem Puy de Dome ©entdecker-greise.de
Aussichtsplattform auf dem Puy de Dome ©entdecker-greise.de

Clermont Ferrand und der Puy de Dome

| 6 Kommentare

Wer Vulkanlandschaften erleben möchte, der kommt in die Auvergne, denn diese sind in ihrer Vielzahl und Imposants einzigartig in Europa. Allein in dem Vulkangebiet von Clermont Ferrand kann man bis zu 100 dieser längst erloschenen Vulkane entdecken. Zu den bekanntesten zählt sicherlich der Puy de Dome, mit seinen 1465 m Höhe. Ein einzigartiges und wirklich beeindruckendes Naturereignis, welches uns voll und ganz in seinen Bann gezogen hat.
Zugegeben, die Größe von Clermont Ferrand schreckt uns zum aktuellen Zeitpunkt ein wenig ab. Wir sind voll und ganz auf dem „Nature-Trip“ und haben keine Lust, uns ins Großstadtgetümmel zu stürzen, auch wenn sie mit noch so viel Kultur lockt. Aber zum Glück obliegen solche Entscheidungen ja jedem Einzelnen ganz individuell und falls Ihr bei Eurem Auvergne-Besuch Lust verspüren solltet, Clermont Ferrand zu besuchen, dann folgt einfach vorab den hier hinterlegten Links, und ihr findet reichlich Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und touristischen Angeboten dieser Stadt. Wir für unseren Teil fühlen uns vom Puy de Dome magisch angezogen und können es kaum erwarten, dort anzukommen. :-)

Die Zahnradbahn zum Puy de Dome ©entdecker-greise.de

Die Zahnradbahn zum Puy de Dome ©entdecker-greise.de

Also fahren wir von Clermont Ferrand aus hinauf zur „Talstation“ des „Panoramique des Puys“ einer Zahnradbahn, mit der man seit Mai 2012 ganzjährig auf den Puy de Dome fahren kann. Wer sportlich ambitionierter ist, der wählt den Fußweg zum Gipfel, sicherlich auch ein ganz besonderes und einzigartiges Erlebnis. Da unsere alte Hundedame aber leider nicht mehr ganz so gut zu Fuß bzw. zu Pfote unterwegs ist, entscheiden wir uns – ganz zur Freude einer mitfahrenden Schulklasse – gemeinsam mit unserer 60 kg – Hundedame, für die Zahnradbahn. Diese fährt alle 40 Minuten und bringt vulkanbegeisterte jeden Alters bequem zur Spitze des Puy. 😉
Oben angekommen hat man die Möglichkeit einen kleinen Rundweg entlang zu flanieren und einen Ausblick zu genießen, der einem im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlägt. Der Begriff von Weite erhält hier oben eine völlig neue Dimension. Wir haben zudem noch riesiges Glück mit dem Wetter und so erscheint uns, bei strahlendem Sonnenschein, der Blick bis zum Horizont geradezu grenzenlos.

Mondlandschaft vom Puy de Dome ©entdecker-greise.de

Mondlandschaft vom Puy de Dome ©entdecker-greise.de

Besonders faszinierend aber ist, dass bei fast jedem Meter dieses Rundganges sich der Ausblick in die Natur verändert. Auf der einen Seite sehen wir die schneebedeckten Gipfel anderer Vulkanketten und Gebirgszüge, einige Meter weiter Tannen bewachsene Höhen und noch ein paar Meter weiter eine eher karge, fast steppenartig Mondlandschaft aus Kratern, Hügeln und Felsen – unglaublich schön und fesselnd dieser An- und Ausblick.

Schneebedeckte Gipfel vom Puy de Dome aus betrachtet ©entdecker-greise.de

Schneebedeckte Gipfel vom Puy de Dome aus betrachtet ©entdecker-greise.de

Wildfremde Menschen kommen mir während meines Rundganges entgegen und ich spüre in ihrem Blick, dass sie ebenso gefesselt und beeindruckt sind, von dieser Landschaft, wie ich. Ein kurzer Blick, ein Lächeln – dieses Erlebnis, diese Natur verbinden einfach und die Gefühle, die sie wecken, sind unbeschreiblich. Ich gehe meine Runde hier oben auf dem Puy de Dome ganz bewusst alleine, denn dieses Alleinsein intensiviert dieses einzigartige Natur-erleben für mich noch einmal. So kann ich jeden Schritt und jeden Blick genießen, ohne mich durch Kommentare oder Gespräche davon ablenken zu lassen. Es ist wirklich einzigartig, und während ich jetzt davon berichte, macht sich in mir wieder dieses Gefühl von einzigartiger Überwältigung und unbeschreiblichem Glück breit, das mich immer befällt, wenn ich mich so eins fühlen kann, mit einer ursprünglichen und fast unberührt erscheinenden Naturlandschaft. Von hier oben kann ich sogar den Blick auf die große Stadt genießen, die aus dieser Perspektive einfach nur friedlich und ganz ohne Großstadthektik in die Landschaft eingebettet ist.

Clermont Ferrand ©entdecker-greise.de

Clermont Ferrand ©entdecker-greise.de

Irgendwann haben wir zwar nicht genug gesehen, müssen uns aber dennoch vom Puy de Dome verabschieden. Wir genießen einen letzten „Petit Café“ auf der herrlichen Terrasse der Brasserie und lassen uns dann von der Zahnradbahn zurück zur Talstation bringen.
Eigentlich hatten wir für diesen Tag noch einen Besuch im Vulcania-Park eingeplant, doch die Eindrücke des Puy de Dome sind einfach zu groß und so beschließen wir, den Abend auf einem der umliegenden Cols (den Passstraßen) ausklingen zu lassen. Qualität vor Quantität, denn die Seele will schließlich mitreisen und ich bin kein Freund vom „schnellen Abgrasen touristischer Highlights“. Ich möchte die Eindrücke, die dieser Besuch des Puy de Dome bei mir hinterlassen hat, noch ein wenig nachklingen lassen und genießen. Ich möchte die Ruhe der Natur!
So steuern wir den nächsten Col an, auf der Suche nach einem geeigneten Ort für unsere Übernachtung. Unterwegs stoßen wir auf einen kleinen Ort namens Orcival. Zu schön, um einfach vorbei zu fahren. Wir halten an und machen einen kleinen Rundgang durch den alten Ort. Ganz zentral, die Kirche, wie in vielen Orten der Auvergne, drumherum platziert die kleinen gemütlichen Lokale und Geschäfte.

Der Puy de Dome - ein unvergessliches Erlebnis ©entdecker-greise.de

Der Puy de Dome – ein unvergessliches Erlebnis ©entdecker-greise.de

Nach einiger Zeit fahren wir weiter und finden einen Platz, an dem ich einfach haltmachen muss! Am Rande eines Nadelholzwaldes, auf der Höhe eines Cols haben wir einen wunderbaren Ausblick, direkt auf den Puy de Dome. Das ist genau der Platz, an dem ich übernachten möchte und an dem ich die Eindrücke des Tages ausklingen lassen möchte. Wenn das kein Abenteuerurlaub ist?!
Das Rauschen des Windes durch die Bäume umhüllt uns ganz friedvoll. Wir fühlen uns eins mit der Natur, unendlich klein und doch als ein wichtiger und unersetzbarer Bestandteil eines großen Ganzen. Alltagssorgen und Stress erscheinen in diesem Augenblick als vollkommen absurdes Konstrukt und die Natur um uns herum als einzig reale Konstante.
Bei einbrechender Dunkelheit genieße ich den Blick auf den Puy de Dome und spüre genussvoll, dass die Dinge unserer alltäglichen Zwänge relativ klein und unbedeutend sind, angesichts dieser Herrlichkeiten, die es hier und überall auf der Welt zu entdecken gilt.
Doch ich weiß auch, wie schnell sich diese Erkenntnis wieder verflüchtigt, wenn ich sie mir durch meine kleinen und großen Reisen und Erlebnisse nicht immer wieder ins Gedächtnis rufe. Ist es nicht sogar so, dass diese sogenannten kleinen und großen Alltagsfluchten das eigentliche und wahre Leben sind? Wohingegen die Hektik und die Zwänge unseres Alltags ein Ausdruck davon sind, dass wir uns immer wieder verirren und uns von uns und dem „wahren Leben“ entfernen? Was denkt Ihr?

Habe Ihr Lust noch mehr zu entdecken?

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3 Kommentare

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Autor: Monika Baum

Ü40 und Reise-Greis(in), außerdem (Spät-)Entdecker(in) und Abenteurer(in) aus Leidenschaft

6 Kommentare

  1. Ein ganz wunderbarer Bericht! Ich bin einmal im Winter durch hohen Schnee zu Fuß auf den Puy de Dôme hinaufgestapft – eines meiner schönsten Erlebnisse in der Auvergne. Ja, und Orcival ist auch jeden Umweg wert!

    • Hallo Monika,
      vielen Dank! :-) Ich habe Winterbilder vom Puy de Dome gesahen, die waren traumhaft. Zu Fuß auf den Puy de Dome und dann auch noch im Winter, … alle Achtung! Aber sicherlich lohnenswert!

  2. Pingback: Eine Reise durch die sagenhaften Monts du Cantal, Übernachtung am Wasserfall und französischer Flair in Murat | Entdecker(g)reise

  3. Lieber Gruß aus Österreich…und wieder eine Monika :-)
    Habe durch Zufall zu diesem wunderbaren Reisebericht gefunden-danke- und habe einige Fragen.
    Plane nächstes Jahr zu Ostern -Ende März- in Vichy für ein schottisches Tanzwochenende zu besuchen. Da ich gerne wandere und die ursprüngliche Natur erlebe habe ich mir so die nähere und weitere Umgebung angesehen und kam so zu diesem Bericht!
    Ich bin öffentlich unterwegs….gibt es da vielleicht Tipps wo ich ursprüngliche Natur öffentlich erreichen kann und kann es Ende März noch winterlich sein??
    Danke für die Antworten und alles Liebe!!

    • Liebe Monika, vielen Dank! Die Temperaturen sind etwas rauer dort, von daher würde ich mich Ende März eher noch auf kühlere Temperaturen einstellen. Zu den öffentlichen Verkehrsmitteln kann ich Dir leider nichts sagen, da ich mit meinem Wohnmobil dort unterwegs war. Ich würde diesbezüglich die französische Tourismusseite aufrufen und dort eine gezielte Anfrage hinsenden. Nach meinen Erfahrungen bekommst Du dort zeitnah fundierte Informationen. Ich wünsche Dir auf jeden Fall tolle Reiseerfahrungen und eine schöne Zeit! Liebe Grüße Monika

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